Beerdigungskosten : Vorsorge für den letzten Weg

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Auch in finanzieller Hinsicht sollte die eigne Beerdigung geplant werden. Bild: jrwasserman | Fotolia.com

Ein würdevolles Begräbnis – wer wünscht sich das nicht? Die Vorstellungen sind oft klar, mit der Vorsorge dafür beschäftigen sich jedoch nur Wenige.

Was kostet eine Bestattung?

Eine Trauerfreier mit Freunden und Verwandten, musikalischer Begleitung, schönem Blumenschmuck und ein Begräbnis auf dem Friedhof eigener Wahl. 40 Prozent der Deutschen unterschätzen laut einer Kantar Emnid Umfrage die Kosten einer Bestattung – obwohl fast alle konkrete Vorstellungen von ihrem Begräbnis haben. Während junge Menschen bei der Umfrage ihren Schwerpunkt auf eine große und schöne Trauerfeier legen, ist für ältere Menschen vor allem der Ort der letzten Ruhestätte von enormer Wichtigkeit. Beides kann kostspielig sein. Mit gleicher Umfrage wurde auch festgestellt, dass sich bis zum 50. Lebensjahr kaum jemand mit den finanziellen Erfordernissen einer Bestattung auseinandersetzt.

Neben der Trauerfeier fallen beispielsweise Kosten für die erste Grabgestaltung, eine Grabnutzungsgebühr für den Friedhof, eine Beisetzungsgebühr, Kosten für die Traueranzeigen und den Totenschein sowie allgemeine Verwaltungskosten an. Die mit Abstand größten Ausgaben entstehen für einen Sarg beziehungsweise eine Urne und den Grabstein. In Summe können schnell mehrere Tausend Euro für ein würdevolles Begräbnis zustande kommen. Wer sich damit auseinandersetzt, nutzt oftmals eine Sterbegeldversicherung, um für seinen letzten Weg vorzusorgen.

Aufschlüsselung der im Trauerfall entstehenden Kosten.
Aufschlüsselung der im Trauerfall entstehenden Kosten. ©WWW.LV1871.DE

Wer bezahlt die Bestattungskosten?

Generell kann hier in Bestattungspflicht und Kostentragungspflicht unterschieden werden – auch wenn es in der Regel die gleichen Personen sind. Die Bestattungspflichtigen sind in erster Linie der Ehe- oder Lebenspartner sowie die Kinder beziehungsweise Eltern. Sie müssen in Deutschland dafür Sorge tragen, dass ein Verstorbener ordnungsgemäß bestattet wird. Dazu gehört die komplette Regelung der Beerdigung. Bestattung ist Familienpflicht (Unterhaltspflicht). Die genaue Rangfolge der Personen regeln einzelne Landesgesetze.

Die Kosten des Begräbnisses muss die Person mit der Kostentragungspflicht übernehmen. Diese Pflicht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (§1968 BGB) geregelt: Der Erbe hat die Kosten zu übernehmen. Normalerweise handelt es sich hierbei um dieselben Personen. Erbt allerdings beispielsweise nur ein Kind, ist auch nur der Testament-Begünstigte für die Kosten verantwortlich. Ausnahme: Er schlägt das Erbe aus – dann fallen die Kosten wieder auf den nächsten Verwandten der Rangfolge zurück (§1615 II BGB).

Was passiert aber, wenn kein Erbe da ist? Oder das Erbe nicht ausreicht? Oder es ausgeschlagen wird? Die Bestattungspflicht sowie Kostentragungspflicht bleibt bei den nächsten Verwandten. Unabhängig davon, ob das Erbe für die Bestattung ausreicht oder nicht. Dies trifft auch dann zu, wenn zum Verstorbenen über Jahrzehnte kein Kontakt bestand.

Kein Geld für die Bestattung

Was passiert, wenn kein Geld für die Bestattung da ist? Der Staat zahlt nicht sofort. Er kommt lediglich dann für die Kosten einer Beerdigung auf, wenn allen vor ihm in der gesetzlichen Rangfolge (alle nahen Angehörigen) selbst nur geringe finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dies ist dann der Fall, wenn alle Kostentragungspflichtigen von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II leben. Menschen mit geringer Rente oder sehr niedrigem Einkommen können ebenfalls einen Antrag auf staatlichen Zuschuss beim zuständigen Sozialamt stellen. Übernimmt das Sozialamt die Kosten der Beerdigung, wird die Bestattung in einer kostengünstigen, aber dennoch würdevollen Weise vollzogen. Ein anonymes Armengrab gibt es in Deutschland in dieser Form nicht mehr.

Vorsorge mit einer Sterbegeldversicherung

Ab 50 Jahren setzen sich Menschen laut der erwähnten Umfrage aktiv mit den Kosten für die eigene Beerdigung auseinander. Neben dem Zurücklegen von Bargeld ist die Sterbegeldversicherung oder Bestattungsvorsorge ein beliebtes Mittel der finanziellen Vorsorge. Nach unserem Tod wollen wir unseren Hinterbliebenen neben der Trauer und seelischen Belastung nicht zusätzlich eine finanzielle Bürde durch die bevorstehende Beerdigung auferlegen.

Neben der Entlastung für die Familienmitglieder erlaubt eine rechtzeitige Vorsorge, dass die eigenen Wünsche für den letzten Tag optimal erfüllt werden können. Vielen Menschen ist es wichtig, auch die letzten Entscheidungen selbstbestimmt getroffen zu haben. Vielleicht lässt es sich dann sogar befreiter leben. Mit einer Bestattungsvorsorge oder durch ein Testament kann hier Vieles vorab geregelt werden, wie beispielsweise die Wahl des Friedhofes, des Grabsteins oder die Form der Beerdigung. Die Mittel aus der Sterbegeldversicherung gewährleisten, dass die Wünsche dann auch wie geäußert umgesetzt werden können.

Das Deutsche Seniorenportal hat in der Rubrik ‚Vorsorge und Finanzratgeber‘ verschiedene Sterbegeldversicherungen verglichen und alle Informationen zu dem Thema Sterbegeldversicherung informativ aufbereitet.