: Erste Vorbereitungen zur Pflege eines Angehörigen

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Pflegehilfsmittel sind bei der häuslichen Pflege sowohl für Pflegebedürftige als auch deren Angehörige unerlässlich. ©Freepik

Wer die Pflege eines Angehörigen übernimmt, trägt eine große Verantwortung. Gute Beratung und sorgfältige Planung sind daher unverzichtbar.

Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland um knapp 70 Prozent gestiegen. Zuletzt registrierte das Statistische Bundesamt etwa 3,4 Millionen Betroffene, von denen die überwiegende Mehrheit zu Hause versorgt wird. Doch nur die wenigsten Pflegebedürftigen nehmen die Hilfe von ambulanten Pflegediensten in Anspruch. Tatsächlich wird die Mehrheit ausschließlich von den eigenen Angehörigen gepflegt. Eine derartige Entscheidung verdient großen Respekt. Immerhin beeinflusst sie sowohl den Pflegebedürftigen als auch den Pflegenden – und das Tag für Tag – oft über mehrere Jahre. Genau deshalb sollte der Entschluss vorher gut durchdacht und sorgfältig vorbereitet werden.

Beide Seiten müssen einverstanden sein

Damit die Zusammenarbeit zwischen dem Pflegenden und dem Pflegebedürftigen funktionieren kann, sollten beide Seiten voll und ganz mit der gewählten Pflegeform einverstanden sein. Das klingt selbstverständlich, stellt in den meisten Fällen jedoch eine große Herausforderung dar. Vielen Betroffenen fällt es nämlich nicht leicht, sich die Pflegebedürftigkeit einzugestehen. Sie können ihre Lebensumstände nicht mehr richtig einschätzen und haben Probleme damit, Hilfe von Familienmitgliedern oder nahestehenden Freunden zu akzeptieren. Häufig reagieren sie auch gereizt, wenn man ihnen zur Seite stehen möchte. Um das zu vermeiden, ist ein offenes Gespräch hilfreich, um das Wohl des Pflegebedürftigen sicherzustellen.

Veränderte Lebensumstände akzeptieren

Wer bis vor kurzem noch alles selbstständig erledigen konnte, sei es das Duschen, Kochen oder der simple Gang auf die Toilette, wird sich nicht sofort an den neuen häuslichen Pflegealltag gewöhnen können. Es ist für viele Betroffene zunächst ein Schock, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Das plötzliche Gefühl von Abhängigkeit macht ihnen zu schaffen und wird häufig auch von Angst und Scham begleitet. Es bedarf daher großer Stärke und etwas Zeit, die veränderten Lebensumstände zu akzeptieren.

Ähnlichen, wie sich die Betroffenen an die neuen Lebensumstände gewöhnen müssen, sollten sich auch pflegende Angehörige Zeit dafür nehmen. Mit der Entscheidung, die Pflege für eine nahestehende Person zu übernehmen, geht nämlich viel Verantwortung einher. In erster Linie sollten Sie sich als potenzieller Pfleger daher fragen, wie Sie zu ihrem Gegenüber stehen und ob Ihre Beziehung auf liebevoller Verbundenheit basiert. Sie sollten auch darüber nachdenken, wie Sie auf längere Sicht mit der Rolle als pflegender Angehöriger zurechtkommen werden und welche Gründe Sie eventuell von diesem Schritt abhalten.

Pflegealltag: Auf Schwierigkeiten einstellen

Die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen kann in unterschiedlicher Hinsicht für Komplikationen sorgen. Das betrifft auch die zwischenmenschliche Beziehung. Als Pflegender sollten Sie sich daher darauf einstellen, dass Sie möglicherweise eine Beziehungsprobe erwartet.

Das ist oftmals der Fall, wenn der eigene Ehepartner betroffen ist. Im Laufe der Zeit verändert sich nämlich der Mensch, den Sie einst als eigenständig erlebt und geliebt haben. Vielleicht verschlimmert sich auch dessen Zustand und Sie bekommen das Gefühl, Ihren eigenen Partner nicht mehr wiederzuerkennen. Das könnte zu einer enormen psychischen Belastung für Sie werden und gleichzeitig den Pflegealltag beeinträchtigen.

Hinzu kommt auch noch, dass die häuslichen Pflichten, die Sie sich immer mit Ihrem Partner geteilt haben, nun von Ihnen allein übernommen werden müssen. Das bedeutet zusätzliche Belastung, die Sie in Ihrer Alltagsplanung fortan berücksichtigen müssen.

Ausreichend über Pflege informieren

Um den Pflegealltag gut zu meistern, sollten Sie sich im Voraus ausreichend über wichtige Pflegegrundsätze informieren. Am besten tun Sie dies bei Ihrer Pflegekassen, die Sie über verschiedene Pflegeangebote beraten und beim Erstellen eines Pflegeplans unterstützt.

Eine weitere gute Anlaufstelle ist der Pflegestützpunkt Ihrer Stadt oder Gemeinde, den Sie ganz einfach online finden können. Dort erhalten Sie Informationen zur finanziellen Unterstützung oder zur Anpassung von Wohnräumen.

Ebenfalls hilfreich ist es, an einem speziellen Pflegekurs teilzunehmen. Dort erhalten Sie wertvolle Tipps zur richtigen Ernährung, Körperpflege und korrekten Lagerung Ihres Angehörigen. Die Kosten für die Teilnahme übernimmt die Pflegekasse.

Ihren Anspruch auf Pflegehilfsmittel geltend machen

Auch bei der Auswahl und Beantragung der richtigen Pflegehilfsmittel kann Unterstützung angefordert werden. Denn Personen mit einem Pflegegrad haben einen gesetzlichen Anspruch auf Hilfsmittel. Das Unternehmen PflegeBox stellt zuzahlungsfreie Pflegehilfsmittel nach Ihren Bedürfnissen zusammen. Das gleichnamige Produkt PflegeBox wird monatlich kostenlos an die gewünschte Adresse geliefert, sodass Pflegebedürftige und Angehörige mehr Zeit miteinander haben. Die Antragstellung und Direktabrechnung mit der Pflegekasse sowie die Lieferung übernimmt das Unternehmen. In der PflegeBox sind beispielsweise Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen und Flächendesinfektionsmittel enthalten.

Nicht vergessen: Selbstfürsorge in der Pflege

So lobenswert Ihr Einsatz für eine pflegebedürftige Person auch ist – als pflegender Angehöriger sollten Sie sich keinesfalls übernehmen. Gönnen Sie sich daher unbedingt eine Auszeit, sobald Sie die ersten Anzeichen einer Überlastung erkennen. Dazu gehören beispielsweise Verspannungen, Erschöpfung und eine erhöhte Reizbarkeit. Sollten Sie eine Pause benötigen, können Sie Ihren Angehörigen zum Beispiel im Rahmen einer Kurzzeitpflege vorübergehend in einer Pflegeeinrichtung unterbringen. Auf diese Weise erhält er die notwendige Pflege, während Sie etwas Kraft tanken können. Eine derartige Balance zwischen Ihren und den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen zu schaffen, ist enorm wichtig. Nur so kann es allen Beteiligten auf langfristig gut gehen.

Weitere Informationen zur PflegeBox finden Sie hier.