Mehr als nur ein Freizeit-Park : Aktiv unterwegs sein im Europa-Park

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Ulrich und Notburga Rospleszcz haben den Europa-Park getestet. Bild: Europa-Park

Der Europa-Park hat weit mehr zu bieten als nur wilde Achterbahnfahrten – auch die Generation 55plus kommt hier in Rust bei Freiburg voll auf ihre Kosten.

Das typische Schreien und begeisterte Jauchzen der Achterbahn-Fahrer ist schon auf dem gigantischen Parkplatz des Europa-Parks zu hören. Zu Fuß oder mit der neuen Express-Lane, einem modernen Förderband, wie man es von großen Flughäfen kennt, gelangen die Freizeitpark-Besucher zum Haupteingang des Europa-Parks, der in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiert. Kaum hundert Meter hinter dem Eingangsbereich, wo die Deutsche Allee und somit einer der 13 Themenbereiche beginnt, entscheiden wir uns, nicht mit dem großen Besucherstrom zu den Fahrattraktionen zu laufen, sondern den ruhigeren und beschaulichen Teil des Parks aufzusuchen.

Im Rosengarten die Seele baumeln lassen

Der ruhige und romantische Teil beginnt schon im Park vor dem Schloss Balthasar, einem ehemaligen Wasserschloss, das 1442 gebaut wurde und zu dem auch ein beeindruckend weitläufiger Rosengarten gehört. Malerische Plätzchen vor dem Schloss oder an der Elz laden zum Verweilen, zum Lesen, zum Picknicken oder zu gemütlichen Beisammensein mit Freunden oder der Familie ein. Nostalgie kommt bei einer Fahrt mit den Oldtimern auf. Im Jahr 1979, also vier Jahre nach Eröffnung des Europa-Parks, sind wir zum ersten Mal mit den Oldtimern gefahren und wir verspüren dabei einen Hauch von Nostalgie.

Schloss Balthasar mit angrenzendem Rosengarten im Deutschen Themenbereich. ©Europa-Park

Als vor einigen Jahren das Kinderparadies „Welt der Kinder“ und „Grimms Märchenwald“ erneuert und erweitert wurde, dachten die Planer bestimmt auch an die älteren Personen, die mit ihren Enkelkindern einen heiteren und stressfreien Tag erleben wollen. Obwohl wir noch nicht Großeltern geworden sind, interessieren uns die Märchen von Rapunzel, Tischlein deck dich, Rotkäppchen, Hänsel und Gretel – immer wieder entdecken wir Details, die wir bislang nicht kannten. Die Märchen werden sehr kindgerecht erzählt und für die zahlreichen französischen Besucher, die fast 50 Prozent der Gesamtgästezahl ausmachen, gibt es sogar eine französische Übersetzung.

Eintauchen in eine Welt der Illusionen

Das Element Wasser spielt bei den über 100 Attraktionen eine besondere Rolle, nicht nur bei den schnellen Fahrten mit dem Fjord Rafting, der Tiroler Wildwasserbahn und der Wasserbahn AtlanticaSuperSplash, sondern auch bei der entspannenden Fahrt mit dem Dschungelfloß oder dem Schaufelraddampfer „African Queen“. Es gelingt der Inhaber-Familie Mack immer wieder, eine illusionäre Welt aufzubauen, die der realistischen Welt sehr nahekommt und in der man gleichzeitig die Sorgen und Probleme des Alltags vergisst.

Die Wasserbahn „AtlanticaSuperSlash“ im Portugiesischen Themenbereich. ©Europa-Park

Bei einem Besuch im Europa-Park werden alle Sinne beansprucht. Wenn man nicht selber für ein Vesper oder ähnlich Mitgebrachtes gesorgt hat, werden alle Variationen und Vorlieben für Speisen und Getränke bedient. Im Park und den dazugehörigen fünf Erlebnis-Hotels gibt es insgesamt 54 gastronomische Betriebe, deren Angebot auf das jeweilige Land abgestimmt ist. Nichts ist schöner an einem Sonnentag als im Spanischen Themenbereich im Restaurant „Don Quijote“ einen Mandelkuchen zu verspeisen, Kaffee zu trinken und dabei zu zuschauen, wie Groß und Klein von einer Attraktion zur nächsten eilen. Unsere persönlichen Vorlieben werden durch das reichhaltige Show- und Unterhaltungsprogramm im Park breitgefächert abgedeckt. Action pur, Nervenkitzel, Stunts erlebten wir beim Ritterturnier in der Spanischen Arena, bei dem nicht nur die tollkühnen männlichen Ritter auffielen, sondern auch eine waghalsige Reiterin.

Jubiläumsjahr bietet zahlreiche Neuheiten

Das Kontrastprogramm lernten wir im Traumzeit-Dome, der pünktlich zum Saisonstart 2015 eröffnet wurde, kennen. Wenn man dort in einem der vielen Sitzsäcke liegt und die Geschichte und Entwicklung Europas auf einer 360 Grad Leinwand verfolgt, kann es schon passieren, dass man während dieser Traumreise richtig wegschwebt. Aber diese Ruhepause haben wir uns regelrecht verdient. Natürlich gehört für uns auch ein Besuch im 4D Magic Cinema zum Programm. Der neue Film „Das Zeitkarussell“ hat uns sehr gefallen, auch wenn es manchmal aufgrund der vielen beeindruckenden Spezialeffekte ein wenig turbulent um uns herum wurde.

Das 4-Sterne Hotel „Bell Rock“ – eines von fünf Hotels im Europa-Park Resort. ©Europa-Park

Ein Tag ist abwechslungsreich, kurzweilig und trotz kurzer Wege legen wir bis zum Ende des Tages einige Kilometer zurück, vergleichbar mit einem Golfspieler, der von einem Loch zum nächsten läuft und sich immer wieder auf ein neues Terrain einstellen muss. Deshalb entschlossen wir uns am Ende unseres Besuches, eine Fahrt mit dem EP-Express, einer Art Schwebebahn, zu machen und dabei unsere Beine ein wenig zu entlasten. Das Geschehen im Park von oben zu betrachten, hat seinen eigenen Charme und gleichzeitig hat man bei dieser Fahrt eine schöne Aussicht auf den Schwarzwald und die Vogesen.

Als Historiker interessierte mich auf dem Weg zum Ausgang natürlich besonders das Originalstück der Berliner Mauer, während meine Ehefrau sich die Schaufensterauslagen der Geschäfte und Souvenirläden anschaute. Es ist sehr entspannend, wenn man den Park eineinhalb Stunden vor seiner Schließung verlässt wie wir, so konnten wir die Warteschlangen auf dem Parkplatz und dem Kolonnenverkehr Richtung Autobahn vermeiden.Ein rundherum erfüllter Tag liegt hinter uns und wir werden auf jeden Fall bald wieder einen Ausflug in Deutschlands größten Freizeitpark unternehmen – hoffentlich eines Tages mit unseren Enkeln.

Hier erhalten Sie alle weitere Informationen über den Europa-Park und seine Attraktionen.