Hausnotruf : Mama und Papa sind gut aufgehoben

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Der Hausnotruf ist für auch für die Angehörigen eine große Erleichterung. Im Notfall ist auf Knopfdruck immer jemand für die Eltern oder Großeltern da. ©Boris Breuer

Seit anderthalb Jahren nutzen Markus Neumanns Eltern den Johanniter-Hausnotruf. Anfangs waren sie nicht leicht davon zu überzeugen, doch heute möchten sie den Notrufknopf nicht mehr missen. Schließlich hilft er nicht nur den Eltern, sondern der ganzen Familie.

Markus Neumanns 77-jährige Mutter rührt gerade Kuchenteig in der Küche, als ihrem Mann plötzlich die Beine wegsacken. Sie kann ihm nicht alleine wieder aufhelfen, dafür ist Erna Becker zu schwach. „Das war leider nicht das erste Mal“, sagt Markus, „denn mein Vater leidet seit einigen Jahren unter Demenz.“ Erna Becker verständigt über ihr Notrufgerät die Hausnotrufzentrale der Johanniter. Diese kontaktiert Markus, der umgehend hinfährt und hilft.

Der Hamburger ist mittlerweile wieder in die Nähe seiner Eltern gezogen und lebt nur fünf Minuten Fußweg entfernt. „Ich machte mir Sorgen, denn die kleinen Stürze wurden immer häufiger“, sagt der 45-Jährige. „Ich konnte meine Mutter in dieser Situation nicht alleine lassen und wollte deshalb in ihrer Nähe sein.“     

Überzeugungsarbeit für den Hausnotruf

Auf die Idee mit dem Johanniter-Hausnotruf brachte ihn ein ehemaliger Kollege. Markus besprach das Thema mit den anderen Familienangehörigen. Dann galt es, die Eltern dafür zu gewinnen. Für niemanden ist es leicht, die Eltern oder Großeltern auf ihre zunehmende Hilfebedürftigkeit anzusprechen. Auch Erna Becker verhielt sich zunächst ablehnend. Ihren Sohn kostete es einige Überzeugungskraft, bis sie einwilligte, den Hausnotruf wenigstens einmal auszuprobieren.

„Ich hatte große Bedenken, ob meine Mutter sich im Ernstfall auch wirklich dazu durchringen würde, den Notrufknopf zu drücken“, erinnert sich Markus. Wie viele Menschen dieser Generation hat Erna Becker Berührungsängste mit Technik und bittet andere nicht gern um Hilfe. Aber Markus konnte sie überzeugen: „Schau mal, da sitzen Menschen in der Zentrale. Sie sind Tag und Nacht immer darauf vorbereitet, euch zu helfen, wenn der Alarmknopf betätigt wird.“ 

Hilfe auf Knopfdruck: Eine „Helferkette“ für den Notfall

Seit anderthalb Jahren besitzen die Eltern nun schon das Hausnotrufgerät. „Es steht mittlerweile auf dem Kaminsims im Wohnzimmer und ist aus ihrem Leben gar nicht mehr wegzudenken“, sagt Markus. Das sieht seine Mutter heute genauso. Als Markus die ersten Male über die Hausnotrufzentrale benachrichtigt wird und wenig später bei seinen Eltern vor der Tür steht, ist sie noch überrascht, ihn zu sehen. Sie hat jemand vom Einsatzdienst erwartet und nicht ihren Sohn.

„Inzwischen hat sie aber verstanden, wie unsere ‚Helferkette’ funktioniert“, sagt er. Die Notrufzentrale der Johanniter klärt bei Auslösen der Notruftaste zunächst im Gespräch mit der Kundin die Situation. Besteht keine akute Gefahr für Leib und Leben, benachrichtigt sie Markus, bei ihr vorbeizuschauen. Ist Markus nicht erreichbar oder verhindert, schickt sie den Einsatzdienst. „Bei einem ernsten Zwischenfall oder wenn Mama nicht antworten würde, käme direkt der Rettungsdienst“, sagt der Sohn.     

Mehr Sicherheit dank Hausnotruf: Die Familie kann aufatmen

Ergänzend zum Hausnotruf hat sich die Familie einen Gruppenchat eingerichtet, wo sie sich über die Unterstützung für Manfred und Erna Becker untereinander austauscht sowie Abläufe und Termine koordiniert. Der Hausnotruf ist für alle eine große Erleichterung. „Dadurch müssen wir uns einfach keine Sorgen mehr machen, dass die Eltern ohne Hilfe sind“, sagt er.