Pflegeformen in Deutschland : Pflegefall – was nun?

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Ob ambulante oder stationäre Pflege, hängt von verschiedenen Faktoren ab. ©rawpixel.com | Freepik

Die häusliche Pflege von älteren Menschen kann für Angehörige zur Belastungsprobe werden. Die Wahl der richtigen Pflegeform ist oftmals entscheidend.

Häufig wünschen sich Betroffene, ihr Leben so lange wie möglich selbstbestimmt und in vertrauter Umgebung weiterführen zu können. Für pflegende Angehörige bedeutet die häusliche Pflege allerdings einen hohen zeitlichen Aufwand und darüber hinaus einen enormen psychischen Druck. Im Gegensatz dazu beschreibt die stationäre Pflege den Aufenthalt in einer Einrichtung, in der Pflegebedürftige unter ständiger Aufsicht betreut und durch Fachpersonal versorgt werden. Ob eine ambulante oder stationäre Pflege für Sie oder Ihren pflegebedürftigen Angehörigen infrage kommt, sollte vom Schweregrad der Pflegebedürftigkeit, vom Wohlbefinden der Betroffenen sowie den familiären und finanziellen Rahmenbedingungen abhängig gemacht werden. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, sich möglichst früh über Pflegeformen zu informieren, um Pflegebedürftige in diese wichtige Entscheidung mit einzubeziehen.

Ambulante Pflege

Die ambulante oder auch mobile Pflege bezeichnet die Unterstützung durch einen Pflegedienst, der Patienten das Wohnen im eigenen Zuhause ermöglicht. Zu den Aufgaben der Pflegekräfte zählen grundpflegerische Tätigkeiten, die Beratung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. So kann Angehörigen die Arbeit komplett oder teilweise abgenommen werden, sodass alle Beteiligten Unterstützung erhalten.

Tages- und Nachtpflege

Diese Form gehört zur teilstationären Alterspflege, da die Betreuung lediglich für einige Stunden in einer dafür vorgesehenen Einrichtung oder als Zusatzangebot in einem Altenheim angeboten wird. Angehörige können entlastet werden, ohne Pflegebedürftige komplett in einem Heim unterzubringen zu müssen.

Verhinderungspflege

Wurde ein Mensch über mindestens sechs Monate in häuslicher Umgebung gepflegt, besteht für den Pflegebedürftigen Anspruch auf Verhinderungspflege – sowohl ambulant als auch stationär. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für maximal sechs Wochen Ersatzpflege jährlich, wenn die eigentliche Pflegeperson aufgrund von Krankheit, Urlaub oder Kuren verhindert ist.

24-Stunden-Pflege und -Betreuung

Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung kann unterschiedlich umgesetzt werden. Es gibt die Möglichkeit, von einem ambulanten Pflegedienst, einer Vollzeit-Betreuungskraft oder innerhalb einer vollstationärer Einrichtungen Unterstützung zu erhalten.

Stundenweise Seniorenbetreuung

Dies ist eine geeignete Pflegeform für Personen, die nur wenig Unterstützung benötigen. Zum Beispiel im Haushalt, beim Einkauf oder zur Begleitung eines Arzttermins.

Intensivpflege

Zur Intensivpflege kommt es, wenn Pflegebedürftige eine intensive Überwachung oder Unterstützung benötigen – ambulant wie auch stationär.

Langzeitpflege (vollstationäre Pflege)

Langzeitpflege bezeichnet eine vollstationäre Pflege, rund um die Uhr. Zumeist ist dies der Fall bei Personen mit einem erhöhten Pflegebedarf. Eine Möglichkeit der ambulanten Versorgung gibt es in diesem Fall nicht.

Kurzzeitpflege

Hierbei bietet sich die Option, für einen kurzen, begrenzten Zeitraum eine vollstationäre Pflege in einer Pflegeeinrichtung wahrzunehmen. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise die zukünftige Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt noch unklar ist. Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf vier Wochen pro Jahr beschränkt. Entstehende Kosten werden von der Pflegekasse gedeckt.

Palliativ- und Hospizpflege

Die Palliativpflege kümmert sich um die umfassende Betreuung Sterbender und ihrer Angehörigen. Das Team besteht aus Ärzten, Pflegepersonal, Sozialarbeitern, Psychologen und Physiotherapeuten. Ein wichtiger Leitsatz der Hospizbewegung ist die Einbindung von Angehörigen. Die Arbeit im Hospizdienst geht über den Tod hinaus, um Hinterbliebene bei der Trauerbewältigung zu unterstützen. Zu den Einrichtungen gehören stationäre Hospize, Palliativstationen und palliative Pflegedienste. Weiterhin ambulante Einrichtungen wie Hospizgruppen und Hospizinitiativen, die Sterbende zu Hause oder in anderen Einrichtungen begleiten. Wer Hilfe sucht, kann sich auch an die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, den Deutschen Hospiz- und Palliativ Verband e.V. und an kirchliche Verbände wie Caritas, Malteser Hilfsdienst, Diakonie wenden.

Zusätzliche Erleichterungen für den Pflegealltag in der häuslichen Umgebung

Auch die PflegeBox ist eine Adresse, an die man sich bei einer eintretenden Pflegebedürftigkeit wenden kann. Das Unternehmen ist Deutschlands führender Komplettservice für die häusliche Versorgung mit Pflegehilfsmitteln. Das Kernprodukt ist die individuell zusammenstellbare PflegeBox selbst. Jedem Menschen mit Pflegegrad steht es zu, monatlich Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro zu beziehen. Liegt also ein Pflegegrad vor, ist die Lieferung der Box kostenfrei. Aber auch wenn kein Pflegegrad vorliegt, haben Betroffene die Möglichkeit, die PflegeBox zu erhalten. Egal ob als Selbstzahler oder auf Rezept: Die Mitarbeiter der PflegeBox kümmern sich um alle Notwendigkeiten: Von der Beantragung, über die Lieferung bis hin zur Direktabrechnung bei der Pflegekasse.

Weitere Informationen zur PflegeBox finden Sie hier.