Einfacher pflegen : Pflegehilfsmittel zum Verbrach kostenfrei beziehen

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Verschiedene Hilfsmittel unterstützen pflegende Angehörige in ihrem Alltag. ©Freepik

Wer sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmert, ist auf viele Hilfsmittel angewiesen. Doch nicht alle davon müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Wer sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmert, hat in der Regel alle Hände voll zu tun. Neben der alltäglichen Pflegehandlungen muss schließlich auch das Haus geputzt, das Essen gekocht und regelmäßig eingekauft werden. Dass all diese Tätigkeiten mit zeitlichem und körperlichem Aufwand verbunden sind, ist unbestreitbar. Allerdings gibt es auch Wege, die häusliche Pflege eines Angehörigen etwas einfacher zu gestalten. Das funktioniert beispielsweise mit sogenannten Pflegehilfsmitteln.

Was sind Pflegehilfsmittel?

Dem Bundesministerium für Gesundheit zufolge sind Pflegehilfsmittel all diejenigen Geräte und Sachmittel, die die häusliche Pflege eines Pflegebedürftigen erleichtern bzw. zur Linderung seiner Beschwerden beitragen. Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein, da diese nicht rezeptpflichtig sind und von der Pflegekasse finanziert werden. Allerdings müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:Der Pflegebedürftige muss einen anerkannten Pflegegrad haben.

1. Die Pflege erfolgt in einem häuslichen Umfeld.
2. Die Pflege wird von einer angehörigen Person oder einem Pflegedienst durchgeführt.
3. Treffen alle drei Kriterien zu, besteht ein Anspruch auf Kostenübernahme von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch.

Pflegehilfsmittel und medizinische Hilfsmittel unterscheiden

Wichtig ist jedoch, Pflegehilfsmittel nicht mit medizinischen Hilfsmitteln zu verwechseln. Letztere sind nämlich grundsätzlich rezeptpflichtig, weshalb auch die Krankenkasse und nicht die Pflegekasse für ihre Finanzierung aufkommt. Sie dienen primär dazu, eine bereits laufende ärztliche Behandlung zu unterstützen bzw. die Folgen einer Behinderung auszugleichen.

Medizinische Hilfsmittel sind im Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbandes der Krankenkassen (GKV) aufgelistet. Dabei werden sie in mehrere Produktgruppen unterteilt, beispielsweise in die Gruppe der Hörhilfen, Bandagen oder Blindenhilfsmittel. Allerdings gehören dazu auch jegliche Inkontinenzartikel, was nur den wenigsten Menschen bewusst ist. Um Produkte wie Windeln, Windelhosen und Inkontinenz-Pants zu beziehen, muss daher der behandelnde Arzt ein entsprechendes Inkontinenz-Rezept ausstellen. Andernfalls ist es möglich, die Kosten selbst zu tragen.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch 

Welche Produkte dagegen in die Kategorie der Pflegehilfsmittel zum Verbrauch fallen, ist im sogenannten Pflegehilfsmittelkatalog der Pflegekassen einsehbar. Dieser ist dem Hilfsmittelverzeichnis des GKV in Anlage beigefügt.

Grundsätzlich unterscheidet man bei Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch zwischen drei Arten:

Pflegehilfsmittel mit bestimmtem Anwendungsort
In diese Kategorie gehören zum Beispiel Bettschutzeinlagen. Sie sollen Körperflüssigkeiten aufnehmen und somit den Pflegebedürftigen sowie dessen Bett vor Nässe schützen.

Pflegehilfsmittel ohne speziellen Anwendungsort und Zusätze
Zu diesen Pflegehilfsmitteln gehören unterschiedliche Arten der Schutzbekleidung, wie beispielsweise Einmalhandschuhe, Mundschutz und Fingerlinge. Diese dienen der allgemeinen Hygiene und schützen auch vor Krankheitserregern.

Sonstige zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
Dazu gehören Desinfektionsmittel für Hände und Flächen, die bei regelmäßiger Anwendung vor Keimen schützen.

All diese Produkte werden in der sogenannten Produktgruppe 54 organisiert und dienen zum einmaligen Gebrauch. Aus diesem Grund müssen sie immer wieder nachgekauft werden.

Finanzierung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch stehen grundsätzlich allen Pflegebedürftigen zu und das unabhängig von dem genauen Pflegegrad, den der MDK zuvor in seinem Begutachtungsverfahren feststellt.  Bei Anspruch auf Kostenübernahme stellt die Pflegekasse den Betroffenen bis zu 40 Euro monatlich zur Verfügung. Was über diesen Betrag hinausgeht, müssen Pflegebedürftige allerdings selbst tragen.

Da die Kostenübernahme jedoch nicht automatisch erfolgt, muss zunächst ein Antrag bei der zuständigen Pflegekasse eingereicht werden. Dieser kann formlos sein, sollte aber alle wichtigen Informationen zur pflegebedürftigen Person beinhalten. Dazu gehören dessen Name und Geburtsdatum, die Versichertennummer sowie die Art der notwendigen Pflegehilfsmittel.

Pflegehilfsmittel nach Hause liefern lassen

Wer nicht jeden Monat selbst an das Beschaffen von Pflegehilfsmitteln denken möchte, ist bei einem Hilfsmittel-Versand gut aufgehoben. Die PflegeBox stellt verschiedene Produktpakete zusammen, die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen monatlich mit den benötigten Pflegehilfsmitteln versorgen. Dazu gehören Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Schutzschürzen und Mundschutz sowie Hände- und Flächendesinfektionsmittel. Sie können diese Produkte individuell auf die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen abstimmen und sie bequem zu sich nach Hause liefern lassen.  Übrigens: Der Anbieter übernimmt für Sie sogar die Abrechnung bei der Pflegekasse.

Weitere Pflegehilfsmittel

Neben den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch gibt es auch technische Pflegehilfsmittel. Diese müssen in der Regel nur einmalig angeschafft werden bzw. werden an die Betroffenen verliehen. Zu unterscheiden sind vier Arten:

1. Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege (z.B. Pflegebetten)
2. Pflegehilfsmittel zur Körperpflege und Hygiene (z.B. Urinflaschen)
3. Pflegehilfsmittel zur selbstständigen Lebensführung und Mobilität (z.B, Hausnotrufsysteme)
4. Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden (z.B. Lagerungskissen)

Das Beziehen technischer Hilfsmittel kann allerdings unter Umständen eine entsprechende Anpassung der eigenen Wohnung erfordern. Möglicherweise müssen Rampen und Treppenlifte eingebaut, Badewannen umgebaut oder Türen verbreitert werden. Für den pflegegerechten Umbau Ihrer Wohnung stellt Ihnen die Pflegekasse unter gewissen Voraussetzungen finanzielle Mittel zur Verfügung. Vereinbaren Sie daher bei Bedarf unbedingt einen Hausbesuch mit entsprechender Beratung.

Weitere Informationen zur PflegeBox finden Sie hier.