Hilfe für Pflegebedürftige : Sozialleistungen der Pflegekasse nutzen

  • -Aktualisiert am

Mit einem anerkannten Pflegegrad haben Pflegebedürftige Anspruch auf finanzielle Leistungen der Pflegekasse. ©m.teerapat | Freepik.com

Wer pflegebedürftig wird, kann eine Vielzahl an Hilfsangeboten in Anspruch nehmen. Dazu zählen auch die Pflegeleistungen der Pflegekassen.

Um die Versorgung von Pflegebedürftigen in Deutschland zu gewährleisten, sind Pflegekassen unabdingbar.  Sie bieten ihren Versicherten nicht nur die notwendige Beratung, sondern unterstützen sie vor allem auch durch unterschiedliche Pflegeleistungen. In der Regel handelt es sich dabei um Unterstützungsgelder in Form von Pflegegeld, der Entlohnung eines Pflegedienstes oder Zuschüssen für die Verhinderungspflege.

Die genaue Art der Pflegeleistungen hängt jedoch stark davon ab, welchem Pflegegrad die betroffene Person zugeordnet wurde. Dieser kann in einem speziellen Begutachtungsverfahren des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) ermittelt werden. Dabei wird überprüft, wie selbstständig der Betroffene in unterschiedlichen Lebensbereichen agiert und wobei er Unterstützung benötigt. Grundsätzlich gilt: Je eingeschränkter die Person in ihrer Selbstständig, desto höher ihr Pflegegrad und desto mehr Pflegeleistungen stehen ihr folglich zu..

Die wichtigsten Pflegeleistungen im Überblick

1. Pflegegeld

Bei der häuslichen Pflege durch Angehörige erhalten Pflegebedürftige ein sogenanntes Pflegegeld. Dabei handelt es sich um monatliche Sozialleistungen, mit deren Hilfe beispielsweise die Pflege sowie der finanzielle und zeitliche Aufwand realisiert und ausgeglichen werden können. Über die genaue Verwendung des Pflegegeldes dürfen die Pflegebedürftigen als Empfänger selbst entscheiden.

Die Höhe des Pflegegeldes variiert je nach Pflegegrad. Zudem sind regelmäßige Beratungstermine erforderlich, um dieses Geld langfristig beziehen zu können. Werden die Beratungstermine nicht wahrgenommen, kann das Pflegegeld gekürzt oder sogar vollständig gestrichen werden.

2. Pflegesachleistungen

Pflegesachleistungen umfassen pflegerische Hilfen für die Körperpflege, Ernährung und Bewegung, die sogenannte Grundpflege sowie bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Monatlichen Anspruch darauf haben alle Pflegebedürftigen, die von einem ambulanten Pflegedienst betreut werden bzw. eine Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung nutzen. Die Vergütung dieser Leistungen rechnet der Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse ab.

Auch hier variiert die Höhe des Betrages je nach Pflegegrad. Als Alternative sind ebenfalls Kombinationen aus Pflegesachleistungen und Pflegegeld möglich.

3. Verhinderungspflege

Bei Krankheit oder Urlaub der pflegenden Person ist eine Vertretung in der Regel unbedingt erforderlich. In solchen Fällen gewährt die Pflegekasse finanzielle Unterstützung für eine Verhinderungspflege. Diese steht allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 zu und wird mit einem jährlichen Festbetrag von 1.612 Euro für bis zu sechs Wochen zur Verfügung gestellt.

Mit diesem Geld können Ersatzpflegepersonen für ihre Unterstützung bei der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung entlohnt werden. Die medizinische Behandlungspflege gehört allerdings nicht dazu. Bei Bedarf muss diese von einem Arzt verordnet und von einer examinierten Pflegekraft durchgeführt werden.  Kostenträger der medizinischen Behandlungspflege ist daher die Krankenkasse.

4. Zuschüsse für Wohnraumanpassung

Falls die Wohnung des Betroffenen pflegegerecht umgebaut werden muss, gewährt die Pflegekasse einen einmaligen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro.  Das ist beispielsweise der Fall, wenn Rampen oder Treppenlifte eingebaut oder Türen verbreitert werden müssen. Die finanziellen Mittel dazu stehen allen Pflegebedürftigen unabhängig von ihrem Pflegegrad zu.

5. Zuschüsse zum Hausnotruf

Mit steigendem Alter nimmt auch das Risiko von Stürzen und anderen Unfällen zu. Ein Hausnotrufsystem soll es den Pflegebedürftigen daher ermöglichen, schnelle Hilfe im Falle einer Notsituation zu erhalten. Die Notrufsysteme gibt es in verschiedenen Varianten, wobei die grundlegende Funktionsweise dieselbe ist:

Die pflegebedürftige Person trägt rund um die Uhr einen Sender bei sich, der beispielsweise an einem Armband oder an einer Halskette befestigt ist. Liegt ein Notfall vor, drücken die Betroffenen den Knopf des Senders und werden mit einer Notrufzentrale verbunden. Anschließend können die Mitarbeiter der Zentrale die notwendigen Hilfemaßnahmen einleiten.

Für den Hausnotruf gewährt die Pflegekasse allen Pflegebedürftigen einen monatlichen Zuschuss von 23 Euro. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die betroffene Person die meiste Zeit des Tages allein verbringt und jederzeit eine Zustandsverschlechterung zu befürchten ist.

6. Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Wird die pflegebedürftige Person von einem Angehörigen im häuslichen Umfeld versorgt, besteht ein Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Darunter versteht man Hilfsmittel, die wegen ihrer Materialbeschaffenheit bzw. aus hygienischen Gründen nur einmalig benutzt und folglich immer wieder nachgekauft werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel Einmallätzchen, Fingerlinge und Desinfektionsmittel. Für derartige Produkte stellt die Pflegekasse unabhängig von dem genauen Pflegegrad des Betroffenen 40 Euro monatlich zur Verfügung.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zuzahlungsfrei beziehen

Um regelmäßig mit allen notwendigen Pflegehilfsmitteln ausgestattet zu werden, kann ein Hilfsmittel-Versand beauftragt werden. Die PflegeBox stellt zu diesem Zweck rezeptfreie Produktpakete zusammen, die individuell auf die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen abgestimmt werden und jeden Monat bequem zu sich nach Hause liefern lassen können. Außerdem übernimmt der Dienst die Antragstellung sowie die Direktabrechnung mit der Pflegekasse für Sie.

Weitere Informationen zur PflegeBox finden Sie hier.