Private Feier versichern? : Veranstalterhaftpflicht für private Feiern

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Ein Zusammentreffen mit Freunden ist immer schön und sollte bedenkenlos genossen werden. ©Robert Kneschke | Fotolia.com

Ob Silberhochzeit oder das Jubiläum zum 60. Geburtstag – ein großes Fest soll es sein. Wie aber sieht es mit der Haftung aus, falls etwas passiert?

Benötigen größere private Feste einen speziellen Versicherungsschutz?

Das Gesetz regelt: wenn eine größeres Fest geplant und durchgeführt wird, hat der Veranstalter eine Verkehrssicherungspflicht. Der Veranstalter oder Jubilar ist also für die Sicherung der Veranstaltung zuständig. Er ist verpflichtet, das Notwendige und Zumutbare zu unternehmen, dass den Gästen, Besuchern und Teilnehmern nichts passieren kann.

Bei einer berechtigten Schadensersatzforderung haftet der Veranstalter nach § 823 BGB unbegrenzt mit seinem Vermögen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob ein Personenschaden, Sachschaden oder Vermögensschaden vorliegt. Das Risiko eines Schadens wird noch größer, wenn das Fest in einem gemieteten Gebäude stattfindet. Auch ein kleines Feuerwerk kann einen nicht vorhersehbaren Schaden verursachen.

Welchen Versicherungsschutz sollte man für seine Veranstaltung besitzen?

Die Lösung für die Absicherung einer Veranstaltung nennt sich „Veranstalterhaftpflicht“. Mit einer Veranstalterhaftpflicht lassen sich die Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden mit einem einmaligen Beitrag versichern. Besonders wichtig für die Auswahl der richtigen Versicherung ist eine genaue Risikobeschreibung.

Hier ist der Veranstalter gefragt. In einer ruhigen Stunde sollte er sich hinsetzen und kurz eine Veranstaltungsbeschreibung vornehmen. So sind zum Beispiel wichtige Fragen:

• Findet die Veranstaltung in einem fremden, gemieteten Gebäude statt? Wenn ja, sollten Mietsachschäden versichert sein.
• Gibt man selbst Essen und Getränke heraus? Dann sollten Personenschäden beispielsweise aus Salmonellen mitversichert sein.

Auch ein kleines Feuerwerk oder der Aufbau eines Zeltes sind zusätzliche Risiken, für die der Veranstalter die Verantwortung trägt. Diese Sonderrisiken können ebenfalls mit einer Veranstalterhaftpflicht abgesichert werden.

Was kostet eine Veranstalterhaftpflicht?

Nehmen wir das Beispiel einer Feier zum 75jährigen Geburtstag. Der Geburtstag wird in einem angemieteten Bürgerhaus durchgeführt. Neben einem Catering-Service serviert der Jubilar auch selbstgemachte Brötchen und Kuchen sowie Getränke. Erwartet werden rund 200 Besucher. Für die Unterhaltung hat der Veranstalter technisches Equipment in Höhe von 10 000 Euro gemietet, das von einem Familienangehörigen bedient wird.

Der Veranstalter benötigt für sein Jubiläum eine Veranstalterhaftpflicht, die Mietsachschäden an Räumen und Gebäuden durch Feuer, Explosion und sonstige Ursachen abdeckt. Auch die Schäden durch den Verlust fremder Schlüssel und die Zubereitung und Abgabe von Getränken in eigener Regie müssen durch die Police abgedeckt sein.

Da nicht alle Veranstaltungshaftpflichtversicherungen zum Beispiel Mietsachschäden an Räumen und Gebäuden und die Zubereitung und Abgabe von Speisen und Getränken in eigener Regie in ihrem Standard-Schutz versichert haben, sollten Veranstalter vor Abschluss einer solchen Police auf jeden Fall einen Vergleich der Tarife vornehmen.

Der notwendige Versicherungsschutz für diese Feier, mit den obengenannten Leistungen, kostet einen einmaligen Beitrag von 106 Euro. Neben der Veranstalterhaftpflicht sollte sich der Jubilar auch überlegen, eine Equipmentversicherung für die gemieteten technischen Geräte abzuschließen.

Equipment-Versicherung

Mit einem Einschluss der Equipmentversicherung in die Veranstalterhaftpflicht erhält das gemietete, geleaste oder verpachtete Veranstaltungsquipment Versicherungsschutz. Dazu gehören Elektrotechnik, Elektronik, technische Geräte und Zelte. Das zu versichernde Equipment muss im Versicherungsschein aufgeführt sein.

Das versicherte Veranstaltungsequipment ist gemäß den Bedingungen gegen Zerstörung, Beschädigung und Abhandenkommen durch alle Ursachen aller Art versichert. Hier spricht man von einer Allgefahrenversicherung. Im Versicherungsfall ist dann alles versichert, was nicht explizit in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen sind. Risikoausschlüsse sind beispielsweise Verlieren und Liegenlassen oder der Diebstahl von versicherten Sachen aus unverschlossenen Fahrzeugen.

Bei einem Totalschaden ersetzt die Equipmentversicherung die notwendigen Wiederbeschaffungskosten der beschädigten Sachen in gleicher Art und Güte zum Zeitpunkt des Schadens oder bei Nichtwiederbeschaffung der versicherten Sachen den zum Zeitpunkt des Schadens aktuellen Zeitwert. Hierbei werden Alter und Zustand berücksichtigt.