Diabetes mellitus : Wenn das Blut im Alter immer süßer wird

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Mehr Bewegung im Alltag und eine ausgewogene Ernährung können sich positiv auf die Zuckerkrankheit auswirken. ©noxos | Freepik.com

Fast acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an der Zuckerkrankheit – die allermeisten von ihnen am Typ-2-Diabetes, dem „Alterszucker“ (diese frühere Bezeichnung ist heute jedoch nicht mehr zeitgerecht).

Schuld sind häufig Übergewicht, fehlende Bewegung und eine falsche Ernährung. Mit einer Änderung des Lebensstils lässt sich daher bei vielen Patienten bereits eine Menge gegen die Krankheit ausrichten.

„Meine Erkrankung kam auf ganz leisen Sohlen“, erinnert sich Frank H. „Es fing damit an, dass ich ständig durstig war – und durch das viele Trinken natürlich auch permanent zur Toilette musste.“ Zudem sei er oft seltsam müde und abgeschlagen gewesen. „Wirklich krank habe ich mich aber eigentlich nie gefühlt“, berichtet der 62-Jährige.

Seine Frau habe ihn dazu gedrängt, dennoch den Hausarzt aufzusuchen. „Eigentlich habe ich den Termin nur vereinbart, um ihr einen Gefallen zu tun“, erzählt Frank H. Der Arzt vermutete, nachdem sein Patient ihm die Beschwerden geschildert hatte, allerdings sofort einen Typ-2-Diabetes. Frank H. solle am nächsten Morgen vor dem Frühstück noch einmal in die Praxis kommen, empfahl der Mediziner. Dann werde man den Nüchtern-Blutzucker bestimmen.

Die Körperzellen reagieren bei Typ-2-Diabetes nicht mehr ausreichend auf Insulin

Das Ergebnis des Bluttests am folgenden Tag war eindeutig: Der Zuckerwert von Frank H. war mit 140 mg/dl deutlich zu hoch. Bei gesunden Menschen würde der Nüchtern-Blutzucker bei einem Wert unter 100 mg/dl Blut liegen, erklärte der Arzt.

Nun war es also offiziell: Frank H. war einer von den geschätzt fast acht Millionen Diabetikern in Deutschland, von denen rund 90 Prozent am Typ-2-Diabetes leiden. Bei dieser Form der Zuckerkrankheit, die früher oft auch als Alterszucker bezeichnet wurde, reagieren die Zellen des Körpers nicht mehr in ausreichendem Maße auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin.

Anders ist es beim Typ-1-Diabetes, der oft schon in jungen Jahren beginnt. Bei dieser Form der Erkrankung zerstört das körpereigene Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Dadurch steht dem Körper zu wenig Insulin zur Verfügung, um den Blutzucker zu regulieren.

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Im Internet finden sich viele nützliche Tipps für das Leben mit Diabetes

„Die Diagnose war natürlich erst einmal ein Schock“, sagt Frank H. „Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, auf einmal chronisch krank zu sein.“ Zu Hause habe er sich dann als erstes an seinen Computer gesetzt, um im Internet mehr über den Typ-2-Diabetes zu erfahren. „Über die Seiten einer Online-Apotheke, bei der meine Frau und ich schon länger gerne unsere Medikamente bestellen, stieß ich zunächst auf den Ratgeber Diabetes mellitus, in dem ich eine Menge über die Symptome, Ursachen und Behandlung meiner Erkrankung erfuhr“, berichtet Frank H.

„Beinahe noch interessanter fand ich jedoch die Seite smart WISSEN Diabetes, die ich im Anschluss entdeckte“, sagt Frank H. „Denn dort erhalte ich neben zahlreichen Tipps, wie ich am besten mit meiner Erkrankung umgehe, alle zwei Monate aktuelle Neuigkeiten rund um das Thema Diabetes – zum Beispiel zu der Frage, warum Übergewicht so oft zum Typ-2-Diabetes führt.“ Für ihn sei der Artikel jedenfalls ein guter Anlass gewesen, sich wieder mehr zu bewegen sowie etwas weniger und gesünder zu essen, um zumindest ein paar Kilo abzunehmen.

Ernährung bei Diabetes: Viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte – wenig Zucker und Weißmehl

„Mein Arzt hatte mir empfohlen, mich möglichst abwechslungsreich zu ernähren und nährstoffreiche, wenig verarbeitete Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen zu mir zu nehmen“, sagt Frank H. „Also viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Vollkornprodukte, fettarme Milch- und Fleischprodukte sowie Fisch.“ Seine Frau sei von den neuen Essensplänen begeistert gewesen und gemeinsam hätten sie viele ihnen bis dahin unbekannte Rezepte ausprobiert.

Schwer gefallen sei ihm nur, auf das bis dahin übliche und so geliebte Stück Torte am Nachmittag zu verzichten. „Denn solch energiereiche Lebensmittel, die viel Zucker und Weißmehl enthalten, soll ich als Diabetiker tatsächlich eher meiden – und höchstens mal am Wochenende genießen“, berichtet Frank H.

Er hofft, durch seine Ernährungsumstellung und den täglichen Spaziergang, den er nun gemeinsam mit seiner Frau bei fast jedem Wetter unternimmt, die vom Arzt verordneten blutzuckersenkenden Tabletten, sogenannte orale Antidiabetika, irgendwann auch wieder weglassen zu können. „Dazu muss ich meinen Blutzucker allerdings gut im Auge behalten“, sagt Frank H.

In Diabetes-Schulungen lernen Patienten den Umgang mit der Krankheit

Um das selbstständige Messen des Blutzuckers zu erlernen und auch um weitere Tipps für einen möglichst guten Alltag mit Diabetes zu erhalten, hat Frank H. zusätzlich an einer Diabetes-Schulung teilgenommen. Den Kurs, der in einer nahegelegenen Arztpraxis mit diabetologischem Schwerpunkt stattfand, hatte ihm sein Hausarzt empfohlen. „Ich habe dort zum Beispiel gelernt, wie ich die nötigen Änderungen meines Lebensstils langfristig und erfolgreich umsetze“, berichtet Frank H. „Und ein positiver Nebeneffekt des Kurses war, dass ich dort andere Patienten in ganz ähnlichen Lebenssituationen kennengelernt habe.“ Eine richtige Freundschaft habe sich zu einem der Kursteilnehmer entwickelt. „Mittlerweile verabreden wir uns fast jedes Wochenende zu gemeinsamen Wanderungen zu viert oder zu anderen sportlichen Aktivitäten.“ Und so habe sich sein Leben rückblickend durch die Erkrankung eigentlich eher bereichert.