Mein Leben mit der Inkontinenz : Wenn eine Volkskrankheit tabuisiert wird

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Inkontinenz bedeutet einige Veränderungen im Alltag, doch der Umgang kann mit der Zeit leichter werden. ©pressfoto | Freepik.com

Offiziell leiden neun Millionen Deutsche an einer Inkontinenz. Sie haben Schwierigkeiten, Blase oder Darm zu kontrollieren.

Die Freundinnen von Alina besuchen jeden Mittwoch gemeinsam einen Trampolinkurs im Fitnesscenter. Alina ist nie dabei: „Anfangs habe ich mir Ausreden ausgedacht, mittlerweile sage ich einfach, dass mir der Kurs keinen Spaß macht.“ Dabei würde Alina ihre Freundinnen gerne begleiten. Der Grund, warum sie nicht am Trampolinkurs teilnimmt, ist ihre Inkontinenz: „Ich dachte immer, das würde nur ältere Menschen betreffen. Ich bin gerade mal 21 Jahre alt und habe seit zwei Jahren zunehmend damit zu kämpfen, dass ich meinen Urin in manchen Situationen nicht zurückhalten kann.“ Offen in ihrem privaten Umfeld darüber zu reden, kommt für sie noch nicht in Frage: „Vielleicht, wenn ich älter bin und nicht die Einzige, die davon erzählt. Ich habe Angst, dass meine Freunde sich mir gegenüber anders und angeekelt verhalten.“ Wenn Alina Sport macht, schwer hebt oder auf andere Weise ein erhöhter Druck im Bauchbereich entsteht, nässt sie sich unkontrolliert ein. Manchmal reicht sogar ein Husten, Niesen oder Lachen. Diese Form der Inkontinenz, die durch körperliche Belastung ausgelöst wird, nennt sich Belastungsinkontinenz. Frauen sind von dieser Form viel häufiger betroffen als Männer – unter anderem, weil sie ein breiteres Becken und eine schwächere Beckenbodenmuskulatur haben.

Inkontinenz im jungen Alter

Alinas Vermutung, dass Inkontinenz eher in späteren Lebensabschnitten auftritt, ist korrekt. Trotzdem ist sie auch in ihrer Altersgruppe kein Einzelfall. Unter Frauen im Alter zwischen 20 und 30 sind bereits zehn Prozent inkontinent. Wie schwerwiegend das Symptom sich im Alltag zeigt, mag unterschiedlich sein. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass eine von Alinas Freundinnen ähnliche Erfahrungen macht, sich aber beide nicht trauen, davon zu erzählen. Bei den 40- bis 50-jährigen Frauen ist davon auszugehen, dass circa 25 Prozent mit Inkontinenz zu kämpfen haben. Die größte Gruppe bilden die älteren Frauen ab 80 Jahren. Hier sind in etwa 40 Prozent betroffen.

Eine von ihnen ist Bärbel R., die ebenfalls an einer Harninkontinenz leidet. Von dieser Form sind wesentlich mehr Personen betroffen, als von einer Stuhlinkontinenz. Im Vergleich zu Alina leidet Bärbel R. allerdings an einer anderen Form der Harninkontinenz: der Draninkontinenz. Der Unterschied zur Belastungsinkontinenz ist, dass es jederzeit zum unkontrollierten Austritt von Urin kommen kann. Schon bei einer wenig gefüllten Blase empfängt das Gehirn ein Signal, die Blase sei voll. Darauf reagiert der Körper mit der willkürlichen Entleerung der Blase. „Das passiert an schlechten Tagen mehrmals pro Stunde und eigentlich immer ohne Vorwarnung“, so die 86-jährige, die seit ihrem Schlaganfall vor 15 Jahren mit der Dranginkontinenz zu kämpfen hat.

„Das war mir oft sehr peinlich. Ich hatte Angst, dass meine Ehe darunter leidet und dass ich stinke“, beschreibt Bärbel R. ihre psychische Belastung, die zu der physischen hinzukommt. Bärbel R. hat gelernt, dass Lebensumstände auch im hohen Alter noch wandelbar sind: „Es gibt Dinge, die muss man akzeptieren. Ich musste nicht nur lernen zu akzeptieren, dass ich inkontinent bin, sondern mittlerweile generell pflegebedürftig.“

Wenn Inkontinenz in Kombination mit einem Pflegebedürfnis auftritt 

Laut Gesetzgeber liegt eine Pflegebedürftigkeit vor, wenn eine Person seit mindestens sechs Monaten nicht in der Lage ist, alltäglichen Verpflichtungen, Aktivitäten und Aufgaben nachzugehen. Somit benötigt sie Hilfe, um diese Defizite auszugleichen. Der Begriff der Pflegebedürftigkeit bezieht sich nicht nur auf das Gebiet der Altenpflege. Helfende Maßnahmen können außerdem hauswirtschaftlicher Natur sein. Sie können genauso durch Angehörige, wie auch durch Fachkräfte erbracht werden. Ob ein ambulanter Pflegedienst oder eine stationäre Einrichtung, ist dabei irrelevant.

Die PflegeBox bietet kostenlose Unterstützung an

Die Maßnahmen zur Unterstützung Betroffener werden immer vielfältiger. Bärbel R. hat in diesem Jahr eine neue Hilfestellung kennengelernt: die PflegeBox. Sie ist Deutschlands führender Komplettservice für die häusliche Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, Bettschutzeinlagen und Inkontinenzprodukten. Pflegebedürftige erhalten so zum Beispiel jeden Monat auf sie abgestimmte Pflegehilfsmittel in einer praktischen Box nach Hause geliefert. Diese ist dank § 40 SGB XI zuzahlungsfrei. Der Paragraph verspricht die Übernahme der Kosten für Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat für Menschen mit einem Pflegegrad. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, Inkontinenzprodukte über das Unternehmen zu beziehen.

Egal ob Sie Selbstzahler sind oder Ihre Produkte in Folge eines Rezepts beziehen, die Mitarbeiter der PflegeBox helfen Ihnen, das richtige Produkt zu finden, damit Sie ihren Alltag unbeschwert meistern können. Außerdem übernimmt die PflegeBox auch alle weiteren bürokratischen Pflichten! Im Fall der Pflegehilfsmittel senden Sie der PflegeBox lediglich den unterschriebenen Antrag zu. Um die Lieferung sowie die Direktabrechnung mit der Pflegekasse kümmern sich die Mitarbeiter der PflegeBox.

Bei den Inkontinenzprodukten ist es ähnlich einfach: Betroffene schicken der PflegeBox entweder das Originalrezept zu oder bestellen direkt bei dem Unternehmen. Binnen weniger Tage erhalten Pflegebedürftige ihre Produkte.

Inkontinenz bringt einige Veränderungen im Alltag mit sich, doch der Umgang kann mit der Zeit leichter werden. Grundvoraussetzung dafür ist Akzeptanz.

Weitere Informationen zur PflegeBox finden Sie hier.