Plötzlich Pflegefall : Wie ein Schlaganfall mein Leben veränderte

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Verschiedene Unterstützungsleistungen ermöglichen den bestmöglichen Umgang mit einem Schlaganfall. Bild: ©Freepik

270.000 Deutsche sind jährlich von einem Schlaganfall betroffen. Hinzu kommt, dass sie weltweit als zweithäufigste Todesursache gilt.

Als ich gelesen habe, dass 70 Prozent der Schlaganfälle vermeidbar wären, kam ich ins Grübeln. Was hatte ich übersehen?  

Ich möchte mich, bevor ich meine Geschichte erzähle, einmal vorstellen: Mein Name ist Matthias Schmidt, ich bin 42 Jahre alt und ernähre mich einmal mehr und einmal weniger ausgewogen. Wer sündigt nicht hin und wieder einmal? Zwar bin ich keine Sportskanone, dennoch gehe ich regelmäßig große Runden mit unserem Border Collie Luna spazieren. Oft bin ich in Begleitung meiner Frau oder meiner Tochter.  

Nun war es ein Abendspaziergang, der sich nicht wesentlich von anderen Spaziergängen unterschied. Meine Frau Franzi und ich gingen am Feldweg entlang, während Luna quietsch fidel herumhüpfte. Wir unterhielten uns angeregt über die Taufe unseres Neffen am kommenden Wochenende, als Franzi mich plötzlich entsetzt ansah. Ich versuchte mit aller Kraft die Worte aus meinem Kopf über die Lippen zu kriegen und wiederzugeben, aber alles was meine Frau hörte, ergab keinen Sinn. Es waren nur lallende Laute. Dann ging es alles ziemlich schnell. Meine Frau führte mich zu einer nahegelegenen Bank, auf die ich mich setzen sollte und bat mich, zu lächeln. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Jetzt im Nachhinein verstand ich, dass sie mich testete. Der sogenannte FAST-Test bestätigte die Vermutung von Franzi: Ich hatte einen Schlaganfall.

Der FAST-Test dient dem Erkennen eines Schlaganfalls. Das Akronym steht für Face-Arms-Speech-Time. Dabei wird der Betroffene gebeten, zu lächeln, den Arm zu heben und einen Satz zu sprechen. Time steht in diesem Kontext für die Geschwindigkeit der Reaktion: Zögern Sie nicht, die 112 anzurufen, wenn Sie Schwierigkeiten beim Ausführen der Tätigkeiten feststellen!

Schlaganfall: Die ersten 3 Stunden sind entscheidend

Um zu verstehen, warum die ersten drei Stunden so bedeutend sind, sollte ich Ihnen kurz erklären, was bei einem Schlaganfall geschieht. In meinem Fall, so der Arzt, wurde meine Gehirnfunktion gestört. Der Auslöser dessen war eine Aufspaltung der Wandschicht der Aorta. Natürlich sind die Ursachen für Schlaganfälle vielseitig. Eins haben sie aber alle gemeinsam: Schnelles Handeln ist gefragt.

In den ersten drei Stunden ist es Spezialisten meist noch möglich, beispielsweise Blutgerinnsel in den Gefäßen mithilfe von Medikamenten aufzulösen. Oftmals kann durch diese Medikamentenzugabe bedrohtes Hirngewebe gerettet und eine Heilung ermöglicht werden.

Die Zeit der Genesung war schlimmer, als der Schlag selbst

Die Zeit im Krankenhaus war geprägt von vielen Untersuchungen und Therapien. Leider habe ich den Vorfall nicht ohne Spätfolgen überstanden. Ich war linksseitig gelähmt und fiel aufgrund dessen in den ersten Monaten nach dem Vorfall in eine schwere depressive Phase. Es war nicht leicht, mir einzugestehen, dass ich mein Leben nicht mehr so gestalten kann, wie vor dem Schlaganfall.

Ich war nun ein Pflegefall

Die Folgen sind leicht zusammenzufassen: Ich konnte bislang selbstverständliche Aktivitäten des Alltags wie das Einkaufen, die Spaziergänge mit Luna und sogar meine körperliche Hygiene nicht mehr eigenständig bewältigen. Für meine Frau und meine Tochter war es sehr schwer. Sie halfen mir so gut sie es konnten. Dennoch wurde uns allen schnell bewusst, dass wir diese neue Situation nicht mehr allein stemmen konnten. Wir informierten uns über Leistungen und beantragten einen Pflegegrad. Ich wurde dem Pflegegrad 2 zugeordnet. Somit standen uns finanzielle Unterstützung und Sachleistungen zu. Außerdem organisierte Franzi einen ambulanten Pflegedienst, welcher mehrmals pro Woche vorbeikam und mich unterstützte, wenn meine Familie verhindert war.

Um mit meinen depressiven Verstimmungen besser klarzukommen, besuchte ich zudem eine Selbsthilfegruppe, die mir half, mit meinen Gefühlen besser klarzukommen. Wir tauschten uns über Erfahrungen aus und gaben uns Tipps für den Alltag.

Und so hörte ich zum ersten Mal von der PflegeBox

In der Gruppe sprachen wir gerade über Hilfsmittel, die uns unseren Alltag vereinfachen. Ein Bekannter erzählte, auf welche Weise die PflegeBox dabei behilflich sein kann. Wie ich erfuhr, haben Betroffene bereits ab Pflegegrad 1 einen Anspruch auf 40 Euro pro Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Dazu zählen zum Beispiel Desinfektionsmittel für Hände und Flächen, Handschuhe und Bettschutzeinlagen sowie Mundschutz.

Meine Frau und ich informierten uns im Internet und fanden dort einen Antrag, den wir problemlos herunterladen und ausfüllen konnten. Wir entschieden uns für die „PflegeBox 5“ und schickten den Antrag unterschrieben an das Unternehmen. Insgesamt gibt es 6 Boxen, sodass Betroffene die Produkte je nach ihrem individuellen Bedarf auswählen können. Nun denn – das war es auch schon vom Aufwand her. Die PflegeBox rechnet direkt mit der Pflegekasse ab und stellt auch den Antrag auf Kostenübernahme. Außerdem schicken sie uns die Box jeden Monat versandkostenfrei nach Hause!

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Mithilfe kontinuierlicher Therapien, der großartigen Unterstützung meiner Familie und den Leistungen, die wir von der Pflegekasse erhalten haben, ist es zwar noch immer nicht wie vor dem Vorfall, doch mithilfe dieser Punkte ist es uns gelungen, uns an die neue Lebenssituation zu gewöhnen.

Weitere Informationen zur PflegeBox finden Sie hier.