Corona : Wie mache ich in Zeiten von Corona einen Besuch im Seniorenheim möglich?

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Unter welchem Unständen ist es möglich, Angehörige im Seniorenheim zu besuchen? ©Freepik

Wir waren und sind immer noch alle in irgendeiner Form von der Corona Pandemie betroffen.

Kindergärten wurden geschlossen, wochenlanges Homeschooling stand auf dem Stundenplan, Partyverbot für junge Erwachsene und allgemeine Einschränkungen für das soziale Gesellschaftsleben – die Beschlüsse der deutschen Regierung haben uns alle mehr oder weniger eingeschränkt.

Ältere Menschen sind natürlich ebenfalls davon betroffen, allerdings in einer anderen Intensität. Da diese Altersgruppen meistens zu den Risikogruppen gehören – besonders bei Personen mit Vorerkrankungen – war die Empfehlung, sich bestmöglich vor einer Infektion zu schützen oder in häusliche Langzeitquarantäne zu begeben.

Dennoch stellten sich viele Menschen die Fragen: Wie kann ich Verwandte im Seniorenheim besuchen? Ist dies überhaupt möglich? Welche Voraussetzungen sind vorgegeben oder welche Vorkehrungen muss ich treffen?

Sind Besuche meiner im Seniorenheim lebenden Familienangehörigen während der Corona Pandemie möglich?

Zur Zeit des ersten Lock-Downs Mitte März 2020 wurde auf Grund des Schutzes der älteren Bevölkerung ein Besuchsverbot in Seniorenheimen erlassen. Aufgrund der weiteren Erkenntnisse zum Corona-Virus haben sich folglich die Bestimmungen verändert.

Es ist zusätzlich zur physischen Gesundheit die psychische Salubrität von älteren Menschen stets zu schützen. Viele Menschen in den höheren Altersgruppen zählen zu den leicht emotional verwundbaren Personen und können psychische Störungen (z.B. Depressionen, Demenz) entwickeln. Eine soziale Isolation von Senioren muss unbedingt vermieden werden, weshalb Besuche weiterhin erlaubt bleiben sollen.

Die Besuchsregeln in Pflege- und Seniorenheimen werden von den deutschen Bundesländern individuell erlassen. Dabei werden die aktuellen Infektionsgeschehen in den Regionen berücksichtigt, um folglich die Schutzvorkehrungen an die bestehenden Hygienekonzepte anpassen zu können. Die jeweilige Einrichtung muss sich dann an die landesrechtlichen Vorgaben für den Schutz der Senioren halten.

Die notwendigen Informationen und einen Überblick zu den aktuellen Besuchsregeln finden Sie auch auf der Internetseite des Pflegeschutzbundes.

Falls in Seniorenheimen Infektionen bei Bewohnern oder Mitarbeitern auftreten, dann werden selbstverständlich die Besuchsrechte eingeschränkt oder sogar ein Besuchsstopp ausgesprochen. Diese Maßnahme kann von dem jeweiligen Heim, aber auch vom lokalen Gesundheitsamt oder Landesgesundheitsamt angeordnet werden. Informieren Sie sich aktiv über die Gegebenheiten bei der Heimleitung, bevor Sie einem Besuch planen, wenn Sie als Angehöriger nicht ohnehin eine regelmäßige Information erhalten.

Was muss beim Besuch eines Seniorenheims beachtet werden?

Im Prinzip muss man beim Besuch eines Seniorenheims die allgemein bekannten Regeln zum Infektionsschutz einhalten. Dennoch gibt es von Bundesland zu Bundesland leichte Unterschiede bei den aktuellen Besuchsregeln, da die regionalen Infektionsgeschehen berücksichtigt werden müssen.

Die Mindestanforderungen an Hygieneregeln in Seniorenheimen sind:

  • In geschlossenen Räumen muss der Mund-Nasen-Schutz getragen werden
  • Beim Betreten sollte man die Hände desinfizieren
  • Unter Umständen erfolgt eine Fiebermessung per Infrarot-Fieberthermometer
  • Austausch der Kontaktdaten anhand einer Besucherliste
  • Bei Symptomen wie Husten, Fieber, Halsschmerzen und Geschmacksverlust sollte auf einen Besuch verzichtet werden.
  • Soweit möglich Abstand halten
  • Aufenthalt in Gemeinschaftsräumen vermeiden
  • Besucheranzahl weitestgehend begrenzen
  • Zukünftig können vor dem Betreten der Heime Corona-Schnelltest angeboten werden.
  • Dies stellt keinen hundertprozentigen Schutz dar, jedoch wird damit die Sicherheit und der Schutz für die Heimbewohner und auch Ihre Verwandten erhöht.

Können Seniorenheimbesuche generell verboten werden?

Senioren gehören aufgrund Ihres Alters und möglicher Vorerkrankungen zu den Risikogruppen, weshalb diese besonders vor Infektionen zu schützen sind. Durch eine Ansteckung mit Covid-19 können Bewohner eines Pflege- oder Seniorenheims einen schweren Krankheitsverlauf erleiden, der sogar zum Tode führen kann.

Aufgrund dieser Voraussetzungen werden teilweise Besuchsverbote in Seniorenheimen erlassen, wenn es die Infektionslage erfordert. Diese Schließungen versucht man dann möglichst kurz zu halten, da dies eine enorme Belastung aber dennoch eine notwendige Maßnahme für die Heimbewohner darstellt.

Wie kann ich trotz Besuchsstopp im Kontakt mit meinen Angehörigen bleiben?

Ein Besuchsstopp in Seniorenheimen ist für alle Beteiligten eine schwere Zeit. Dennoch können Sie trotz Zugangsverbot auf andere Weise in Kontakt treten und Ihre Zuneigung zeigen.

Sie dürfen zwar nicht in das Gebäude, dennoch können Sie Ihre Angehörigen mit entsprechendem Abstand über das Fenster kontaktieren. Außerdem ist es möglich, dass Sie Geschenke wie Blumen, selbst gemalte Bilder, Briefe oder Fotos am Eingang abgeben. Kontaktieren Sie einfach die Heimmitarbeiter im Vorfeld, die Sie sicherlich gerne bei der Umsetzung unterstützen.

Jede Aufmerksamkeit bereitet Ihren Angehörigen eine Freude und unterstützt sie in dieser Zeit. Und falls die im Seniorenheim lebende Person ein Mobiltelefon oder Tablet mit Video-Anruf-Funktion besitzt, dann stellen selbst virtuelle Gespräche eine gute Möglichkeit dar, um sich gefahrlosen auszutauschen und trotzdem sein Gegenüber sehen zu können.

Wie verhindert man die Corona-Infektion der Senioren durch Mitarbeiter oder Besucher?

Die Betreiber von Seniorenheimen erhalten durch die Regierung strenge Hygienemaßnahmen, um die Bewohner zu schützen. Es ist davon auszugehen, dass alle Besucher diese Auflagen kennen und erfüllen. Nichtsdestotrotz kann es zu Zugangskontrollen vor dem Betreten des Gebäudes kommen, um die Sicherstellung der Schutzvorkehrungen zu gewährleisten.

Selbstverständlich sind die Mitarbeiter eine weitere potentielle Gefahr, das Virus in einem Seniorenheim zu verbreiten. Ihr Umgang mit den Bewohnern ist intensiver und sie haben zu vielen, unterschiedlichen Personen Kontakt. Daher sieht das Gesundheitsministerium an dieser Stelle ebenfalls höhere Sicherheitsauflagen vor. Selbst bei Personalknappheit müssen die Mitarbeiter die Quarantäneanweisungen befolgen, was durch die Heimleitungen sicherzustellen ist und die im Falle einer Infektionsübertragung nachzuweisen haben.

Wie ist das Vorgehen bei einem positiven Corona-Fall im Seniorenheim?

Natürlich kann es in einem Seniorenheim selbst mit den besten Vorkehrungen und der Einhaltung aller Schutzmaßnahmen zu einer Corona-Infektion kommen. Dies geschieht beispielsweise, da trotz einer Infektion keine Symptome erkennbar sind oder erste Anzeichen der Krankheit viel später auftreten.

Wird ein Corona-Fall in einem Heim wahrgenommen, folgen speziell für diese Gegebenheiten ausgearbeitet Handlungspläne. Diese sollen die Verbreitung des Virus und die Ansteckung von weiteren Bewohnern und Mitarbeitern verhindern.

Falls Sie sich dennoch über die Sicherheit ihrer Angehörigen Gedanken machen, dann sprechen Sie einfach die Heimleitung an und lassen sich über die entsprechenden Schutzmaßnahmen und Vorkehrungen im Notfall informieren.

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