Hilfe- und Komfortsysteme : Barrierefrei durch intelligente Technik

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Goldene Hauszeit: Schon seit 50 Jahren wohnen die Eheleute Hanselle in ihrem Haus. Bild: casenio AG

Hilfe- und Komfortsysteme warnen vor Gefahren zu Hause und können Angehörige informieren. Idealerweise lassen sie sich nach dem Baukastensystem zusammenstellen.

Die Bilanz ist denkbar schlecht: Nur etwa eine von hundert Mietwohnungen in Deutschland ist derzeit altersgerecht ausgestattet. Bis zum Jahr 2020 sind nach Einschätzungen von Marktexperten mindestens 800.000 weitere notwendig. Da es dauern wird, bis entsprechend viele altersgerechte Wohnungen fertiggestellt sein werden, es immer mehr ältere Menschen im Land gibt und Senioren generell am liebsten in den vertrauten vier Wänden bleiben wollen, zeigt sich schon jetzt, dass digitale Technologien gefragt sind, die bestehende Häuser und Wohnungen altersgerechter machen.

Das Zuhause altersgerechter machen

Auch Monika Hanselle und ihr Mann Karl-Heinz wollen so lange wie möglich zuhause wohnen bleiben: „Klar, wenn es gar nicht mehr anders ginge, müssten wir umziehen – aber bis dahin verwenden wir unsere Energie lieber darauf zu überlegen, wie wir das Haus unseren Bedürfnissen anpassen“, sagt Monika Hanselle. Das Ehepaar wohnt seit Mitte der 60er Jahre in einem Einfamilienhaus in Oldenburg. In den vergangenen Jahren haben sie unter anderem eine neue Dusche mit niedrigem Einstieg ins Bad eingebaut und an der kleinen Eingangstreppe einen Handlauf angebracht. Die Zimmer im ersten Stock nutzen sie nur noch als Näh- und Gästezimmer, alle wichtigen Räume sind im Erdgeschoss.

Kürzlich haben sie sich auch über technische Alltagshilfen informiert – und waren erstaunt, was solche Systeme mittlerweile alles möglich machen. „Spannend fand ich, dass moderne Hilfe- und Komfortsysteme mich nicht nur an die pünktliche Medikamenteneinnahme erinnern oder mir beim Blutdruckmessen die Werte vorlesen können, sondern einige sogar in der Lage sind, Elektrogeräte oder den Herd eigenständig abzuschalten – zum Beispiel wenn ich das vor dem Ins-Bett-gehen vergessen hätte“, erzählt Monika Hanselle.

Informieren, warnen, Hilfe rufen

Welche Funktionen Senioren sinnvoll finden, ist für Tim Lange von elementarer Bedeutung. Sein Berliner Unternehmen entwickelt und vertreibt das intelligente Hilfe- und Komfortsystem casenio und wird immer wieder von verschiedenen Seniorengruppen getestet. casenio bietet unter anderem die von Monika Hanselle genannten Funktionen, „gleichzeitig merkt es aber auch, welche per se harmlosen Situationen in Kombination eine Gefahr darstellen – zum Beispiel, wenn ein Alleinlebender das Haus verlässt, während der Herd noch eingeschaltet ist“, berichtet Lange. „Und es kann Angehörige, Nachbarn oder einen Pflegedienst informieren, wenn ungewöhnlich lange keine Aktivität in der Wohnung festgestellt wird, also sich beispielsweise niemand bewegt und der Kühlschrank nicht geöffnet wird.“

Nur bezahlen, was man wirklich braucht

Für Monika Hanselle liegt der Nutzen eines solchen Systems auf der Hand. „Das ist prinzipiell praktischer als ein Hausnotruf-Knopf – den kann ich vielleicht gar nicht mehr drücken, wenn ich ohnmächtig werde oder in der Dusche stürze. Wenn das System aber selbstständig zum Beispiel meiner Freundin Bescheid gibt, die in der Nachbarschaft wohnt, wäre das doch eine tolle Sache“, sagt die Seniorin, die ihr gewachsenes Umfeld sehr schätzt: „Viele in der Nachbarschaft haben zu fast der gleichen Zeit gebaut wie wir, unsere Kinder sind zusammen aufgewachsen, heute gehen wir zusammen mit den Hunden spazieren. Das ist total schön – kein Wunder, dass wir so lange wie möglich hier wohnen wollen, oder?“ fragt sie verschmitzt, um hinzuzufügen: „Naja, falls ich mal stürze und hilflos liegenbleibe, würde das ja zum Glück Karl-Heinz merken. Aber viele Ältere wohnen ja auch ganz alleine...“

Ihrem Mann fällt dabei noch ein anderer Aspekt auf: „Prinzipiell ist es ja toll, wenn solche Hilfssysteme viel können. Aber es hat eben jeder unterschiedliche Ansprüche – nicht alle müssen Medikamente nehmen oder kochen selber. Deswegen finde ich es gut, wenn man nur das bezahlen muss, was man auch wirklich braucht.“ 

Ein System, das sich nach dem Baukastenprinzip auf den individuellen Bedarf zuschneiden und bei Bedarf erweitern lässt, ist der Wunsch vieler Senioren. Zentral für die meisten ist auch, dass ein Hilfe- und Komfortsystem möglichst wenig kosten soll – konkret heißt das Befragungen zufolge unter 500 Euro für eine Grundausstattung – und dass es einfach zu handhaben ist. Gut ist daher, wenn sich ein System kabellos und ohne bauliche Veränderungen montieren lässt und auch Internet- und Telefonanschluss in der Wohnung nicht notwendig sind.

Auch wenn sie sie für casenio nicht brauchen, Internet- und Telefonanschluss sind bei Hanselle längst vorhanden: „Wie gesagt, wir passen ja das Haus unseren Bedürfnissen an und nicht umgekehrt“ sagt Monika Hanselle augenzwinkernd. Das gelingt ihnen jetzt schon jahrzehntelang ziemlich gut: Im Oktober diesen Jahres wohnen sie bereits seit 50 Jahren in ihrem Eigenheim – damit können sie wenige Monate nach ihrer Goldenen Hochzeit auch ihre „Goldene Hauszeit“ feiern.

Wenn Sie mehr über die Möglichkeiten erfahren wollen, die intelligente Hilfe- und Komfortsysteme für zuhause bieten, können Sie sich darüber unter www.casenio.de informieren.